Hello! Lange nicht gesehen und doch sind Sie noch immer da. Das freut mich. Und da ist noch ein Leser, an den ich mich erinnern kann, und da auch noch einer … Wunderbar, das fühlt sich gut an. Natürlich war ich es, die für lange Zeit untergetaucht ist, aber Sie wissen ja, wie es mit der Zeit der Rentner bestellt ist. Sie ist gut gefüllt, zum Glück.

Meinen letzten Beitrag habe ich vor fast drei Jahren geschrieben. Ich bin älter geworden und England würgt an den Brexit-Folgen. Man hat einen neuen oder besser gesagt anderen Premierminister, aber sonst ist alles beim Alten. Man nimmt den Alltag, wie er kommt, und begegnet Katastrophen mit Humor. Eine bahnte sich lange Zeit an. Jetzt ist die Bombe geplatzt. Andrew Mountbatten-Windsor ist noch tiefer im Epstein-Skandal verankert, als jemals befürchtet. Jedes Mal, wenn weitere Dokumente veröffentlicht werden, ist sein Name zu finden. Und der seiner Ex-Gattin Sarah Ferguson.
Der amerikanische Vizepräsident Vance macht Druck auf Andrew. Er soll endlich in den USA zur Aussage erscheinen. Recht so, allerdings hätte wohl auch sein eigener Boss einiges zu erklären. Niemand zweifelt an den Vorwürfen gegen Andrew. Er war viel häufiger Gast bei Epstein, als er eingestehen will. Jetzt wurde auch noch bekannt, dass Epstein ihm eine junge Frau nach London geschickt hatte, mit der er Sex in der Royal Lodge in Windsor hatte. Die Polizei ist offiziell in dieser Angelegenheit tätig.
Der Skandal rückt den Royals immer näher, jetzt wird schon in einem ihrer Häuser ermittelt. Und deshalb wurde die Reißleine gezogen. Zum Glück hat man Andrew bereits alle Titel abgesprochen und auch den Mietvertrag gekündigt. Allerdings sollte/wollte er die Royal Lodge erst kurz vor Ostern verlassen. Sein neues Zuhause wird die March Farm in Sandringham sein. Noch wird das überraschend kleine Farmhaus renoviert. Aber der Umzug wurde trotzdem vollzogen.

Wortwörtlich bei Nacht und Nebel standen weiß lackierte Lkw vor der Tür. Andrew scheute inzwischen die Öffentlichkeit und hoffte darauf, dass es niemand merken würde. Seine Sachen wurden nach Norfolk gefahren und in das sogenannte Wood Farm Cottage gebracht. Dort harrt er aus, bis sein neues Haus zum Einzug bereitsteht. Wo seine geschiedene Ehefrau unterkommt, ist nicht bekannt. Im Cottage oder im späteren Dauerdomizil wird kaum genug Platz sein.
Es fällt schwer, Mitleid zu empfinden, denn der Inhalt weiterer Mails wurde bekannt. Da schreibt Andrew seinem Freund Epstein: “Wish I was still a pet in your family”. Und Ms Ferguson setzt noch einen drauf, indem sie Epstein vorschlägt: “I am at your service. Just marry me.”
Ich bin mir nicht sicher, ob es wirklich die Scham über seine sexuellen Übergriffe ist, die Andrew veranlasst, nachts umzuziehen. Vielleicht wollte er vermeiden, dass man eine Träne sehen kann, die aus seinem Auge quillt. Der Grund könnte egoistischer sein, denn der private Besitz Sandringham, im ländlich schönen Norfolk, liegt gut 150 km von London’s City entfernt. Da ist man sicherlich drei Stunden im Auto unterwegs. Von Windsor, wo er bisher wohnte, sind es 20 km. Im Fall des Falles hätte er sogar den Linienbus nehmen können. Das halten Sie für sehr unwahrscheinlich? Nun, McDonald’s in Woking aufsucht, wird auch keine Scheu vor einer Busfahrt haben.
Vielleicht ist es gut, dass die verstorbene Königin das alles nicht mehr mitbekommen hat. Andererseits war sie immer bestens informiert und von ihrem Mann, Prince Philip, wissen wir, dass er seine Ex-Schwiegertochter von allen königlichen Treffen ausdrücklich verbannt hat. Man ahnt langsam, dass sie womöglich noch mehr Schuld als Andrew trägt und der kluge Prince Philip mal wieder recht hatte.

