Die Coronakrise ist beendet. Wer das sagt? Ich mache das, ich erkläre die Ausnahmezeit als beendet. FÜR MICH. Und natürlich halte ich mich an die Regeln, solange sie bestehen. Abstand halten, Maske tragen und Hände waschen. Kontakte minimieren und vor allem kein Besuch in der Wohnung, denn noch ist es zu kalt, um ausreichend zu lüften. Seit gestern diskutiert man im Bundestag über die Einführung einer Impfpflicht. Gut so. Ich habe meinen Teil dazu beigetragen und habe vor einem Monat meine dritte Impfung bekommen.

Heute vor zwei Jahren wurde das Virus erstmals in Deutschland nachgewiesen. Ein Mann hatte sich infiziert. Es passierte in Bayern und das schien mir weit weg. Ein paar Wochen später, im März, dann der erste Lockdown. Nicht nur im Süden, sondern bundesweit. Jeden Abend ein neuer Brennpunkt im Fernsehen und banges Warten auf die Entwicklung. Eine Impfung war nicht in Sicht. Fünf bis zehn Jahre wird die Entwicklung dauern, sagte man uns. Aber ich war optimistisch. Wird schon nicht so schlimm kommen, jedenfalls nicht hier in meiner Stadt. Meine gebuchte London Reise im Mai 2020 werde ich antreten können; da war ich mir ganz sicher, bis dahin war noch viel Zeit. Es kam anders, zum Glück kam alles anders, also auch die Prognose bezüglich eines funktionierenden Impfstoffes.

 

So schön begann der 9. Februar 2020. Ein außergewöhnlicher Sonnenaufgang über Hamburgs Osten.

 

Heute, seit Mitternacht, sind in England alle Schutzregeln aufgehoben worden. Lediglich im Londoner Nahverkehr sollte man noch immer eine Maske tragen. Verlagen kann es niemand mehr, denn man hat die Schutzpflicht vom Staat auf den Bürger übertragen. Ab sofort ist jeder für sich selbst verantwortlich. Damit auch für seinen Nächsten, aber das wussten schon die Autoren der Bibel. Das Virus ist nicht verschwunden, aber es hat seine Tödlichkeit verloren. Jetzt ist es ein Grippevirus unter vielen und deshalb betrachtet man es nicht mehr als Pandemie. Dänemark hat dasselbe beschlossen und folgt dem englischen Beispiel in wenigen Tagen.

Ich habe diesen Blog im Herbst 2020 begonnen. Mein erster Beitrag hieß ‚Alles wird gut‘. Er erschien am 5. Oktober 2020. Da klinge ich noch recht hoffnungsvoll, bedaure einzig, dass ich meine geliebten Fototouren nach London nicht machen kann. Zwei Monate später war es dann schon anders. Weihnachten 2020 war ich in ein Loch gefallen und ahnte, dass das Herausfinden mühsam wird. Ich dachte aber damals noch nicht, dass sich ein Jahr später alles wiederholen würde, sogar die depressiven Gedanken kamen zurück. Ich habe tapfer dagegen gehalten und bin immerhin nicht ganz untergegangen. Viele kleine Maßnahmen hielten mich über Wasser. Eine davon waren meine vielen Blogs, in denen ich meine Geschichten erzähle und das Gefühl habe, nicht ganz alleine zu sein. Deshalb danke ich hier mal den Lesern und muntere sie auf hin und wieder eine kleine Antwort zu schicken. Jeder Autor wartet vermutlich sehnlichst darauf.

Eine andere rettende Idee war mein Entschluss mir ein neues Umfeld zu suchen. Die Umsetzung war überraschend schnell gelungen. Seit gut einem Jahr bin ich nun auf einer Warteliste und hoffe noch in diesem Jahr auf den Umzug. Statt bürgerliches Vorstadtviertel, wo ich schon seit über zwanzig Jahren lebe, will ich noch einmal mitten ins Leben. Rein in die City, das Auto abschaffen, denn dort gibt es keine Parkplätze, aber Bus und Bahn, die ich mit der Seniorenkarte nutzen werde. Die neue Wohnung wird viel kleiner sein und ich bin froh so viel Zeit für die Vorbereitung zu haben. Meine vielen Bücher sind um die Hälfte reduziert, CDs und Videos entsorgt, das Geschirr auf das Notwendige aussortiert, also zwei Tassen, zwei Teller und zwei Kochtöpfe. Der Minimalismus hat Einzug gehalten und ich muss gestehen, die Lebensart brachte mir mehr Freude als erwartet. Meine Kamera mit den vielen Objektiven, die mir so wichtig war, habe ich verkauft und stattdessen eine kleine, leichte gekauft. Die Rucksäcke für die Ausrüstung sind ebenfalls verschwunden und das bedeutet, dass ich London künftig mit leichtem Gepäck besuchen werden. Herrliche Aussichten, die Vorfreude ist groß.

 

Lange genug habe ich davon geträumt. Jetzt kann ich es wagen, den Koffer packen und endlich wieder losziehen.

 

Diesen Blog beende ich heute, dies wird der letzte Beitrag sein. Vielleicht von Zeit zu Zeit ein neues Foto auf der Startseite, aber inhaltlich bin ich ans Ende gekommen. Ich fange an wieder zu planen. Ausflüge und kleine Reisen. Besuche und Treffen mit Freunden. Erste Ideen erwachen und wollen zur Blüte gebracht werden, die Zeit der Krokusse beginnt. Einer meiner Pläne ist eine Fotoreportage über Hamburgs Hafen und City. Das wird aber erst nach dem Umzug richtig in Fahrt kommen. Wichtig sind die gesteckten Ziele, die ausgemalten Träume, die mich locken und mir helfen nicht wieder in das Loch zurückzufallen. Als Erstes will ich nach London. Mein Hotel war großzügig und hat mir den entgangenen Aufenthalt gutgeschrieben. Ein Grund mehr nachzusehen, wie die Stadt und ihre Bewohner die letzten beiden Jahre überstanden haben. Danach konzentriere ich mich mehr auf Hamburg, werde den Umzug weiter vorbereiten. Das kann also ein ganz brauchbares und erlebnisreiches Jahr werden und dass das auch Ihnen gelingt, wünsche ich allen Lesern. Alles Gute, alles Liebe.

Wer meinen Blogs weiterhin folgen möchte, dem zeige ich hier eine Auswahl.

Fotos und Geschichten

Parkfriedhof Ohlsdorf

KULTUR & NATUR IN HH
Der Tod gehört zum Leben
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Duvenstedter Brook

SO FING ES AN
Erste Fotos, erste Geschichten
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Hamburg

HAFEN + ALSTER
Mein Zukunftsprojekt
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London

12 MILLION PEOPLE
Where I feel happy
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