Strand Bridge

The Strand Bridge

A301, London, WC2R 1LA

Jetzt werden Sie sich fragen, wo denn die Strand Bridge sein soll? Es wird sofort klar, wenn ich den heutigen Namen der Brücke nenne: Waterloo Bridge. Sie verbindet den Strand mit dem Waterloo Bahnhof. Sie ist eine der meistbefahrenen und die längste aller Themsebrücke, jedenfalls innerhalb Londons. 


Die Brücke sieht ziemlich schmucklos aus. Sie ist aus Beton und wurde mehrfach neu gebaut. Die letzte schwere Beschädigung passierte Anfang des zweiten Weltkrieges. Weil man die Brücke unbedingt brauchte, wurde sie noch während des Krieges weitestgehend von Frauen wieder aufgebaut. Die alteingesessenen Londoner nennen sie deshalb noch heute 'The Lady Bridge'.


Der Niveauunterschied zwischen dem Themseufer und dem Strand beträgt ungefähr 15 Meter, da muß man schon fit sein, um die Stufen zu steigen. Es gibt keinen Lift, manchem Touristen geht die Puste aus und er bleibt einfach auf dem Embankment Niveau stehen. Das geht natürlich, denn es führt ihn bis zur Tower Bridge und weiter, aber er kann nirgends die Themse queren.


Wer die Waterloo Bridge nur bei Tageslicht sieht, könnte sie für eine graue Maus halten. Aber sie hat eine zweite Seite und die endeckt man erst bei Dunkelheit. Dann wird die Waterloo Bridge bunt und sexy.

Für Fotografen ist die Waterloo Bridge einer der besten Orte um das Londoner Panorama zu fotografieren. Genau an dieser Stelle macht der Fluß eine 90° Biegung und bietet deshalb freien Blick auf alles was besonders abends attraktiv aussieht. Im Osten sieht man die Kuppel der St Paul's Cathedral und gleich dahinter die Hochhäuser des Financial Districts in der City of London. Ganz hinten leuchten die Fenster der Bürotürme von Canary Wharf. Wo übrigens auch der Null-Grad-Meridian durchläuft. Nahtlos fügt sich der Wohnturm Blackfriars No 1 an, er steht aber wesentlich näher. Daneben ein weiterer Neubau aus dem letzten Jahr. Und schließlich das eigentlich häßliche Southbank Center, dessen nackte Betonwände am Abend in leuchtenden Farben erstrahlen.


Und wendet man sich dann zur Westseite, dann sieht man die vielen Lichter der Vergnügungsmeile entlang der Southbank und mitten drin das London Eye. Die futuristischen Pfeiler der Jubilee Bridge sind gut zu sehen, dahinter die Silhouette von Big Ben und dem Palace of Westminter. Der hellbeleuchtete Tower fällt vor dem Nachthimmel auf, obwohl das Gebäude schon weit entfernt in Vauxhall steht. - Egal wie müde ich bin, den abendlichen Spaziergang über die Brücke lasse ich mir fast nie entgehen und wann immer ich in London ankomme führt mich meiner erster Weg auf die Waterloo Bridge. Da hole ich dann tief Luft, lasse das unglaubliche Panorama auf mich wirken und fühle bis in die Knochen, dass mich wieder spannende Tage erwarten.

Ein bißchen Geschichte:

Die erste Waterloo Bridge wurde 1817 eröffnet. Sie galt lange Zeit als eine der schönsten Themsebrücken. Inzwischen hat sie viel Konkurrenz bekommen. Vielleicht überrascht es, aber selbst die Tower Bridge wurde erst achtzig Jahre später eröffnet. Die erste Waterloo Bridge hatte neun Bögen. Heute sind es nur noch fünf, sie sind flach und lang gezogen.

 

Die erste Brücke wurde vom Schotten John Rennie konstruiert. Er war ein erfahrener Ingenieur, Sein Grab finden wir in der St Paul's Cathedrale; eine hohe Ehre. Die heutige Brücke ist ein Zweckbau aus Beton und Portland Zement. Aber die Pfeiler stammen noch von der alten Brücke. Sie sind mit dem Granitstein verkleidet, der für Aberdeen so typisch ist und wo er auch herstammt.


Damals gab es erst drei Themse Brücken im Londoner Stadtgebiet. Das waren die Westminster-, Blackfriars- und London Bridge. Durch die Waterloo Bridge wurde der südliche Stadtteil Lambeth an die City angebunden. 


Nach gut einhundert Jahren, traten Risse auf. Sie liessen sich nicht reparieren und deshalb mußte die Brücke abgerissen werden. Das passierte in den dreißiger Jahren und als endlich der Neubau beginnen sollte, brach der zweite Weltkrieg aus. Ein Provisorium wurde errichtet, aber das konnte nur einen kleinen Teil des Verkehrs bewältigen. Im Winter 1941/42 war endgültig Schluß. Bei einem Angriff  der deutschen Luftwaffe wurde die Notkonstruktion schwer getroffen. Zum Glück blieben die anderen Themsebrücken verschont. Aber schon 1942 war ein Teil der neuen Waterloo Bridge fertig und konnte für den Verkehr freigegeben werden. Diese beachtliche Arbeitsleistung wurde fast ausschließlich von Frauen erbracht. Männer standen nicht zur Verfügung, sie waren im Krieg. Als die vollständige Eröffnung im Dezember 1945 gefeiert wurde, vergass man die Arbeit der Frauen zu erwähnen. Das unerhörte Versäumnis wurde erst 2015 korrgiert. Die Ministerin Tracey Crouch holte es nach und gedachte den Frauen, die die Ladies' Bridge im Krieg erbaut hatten. Manchmal braucht es viel Geduld, bis eine verdiente Anerkennung endlich einmal ausgesprochen wird.

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