Gribel – Solly

Wer sich jemals mit seinen Vorfahren beschäftigt hat, kennt das Phänomen. Erst scheint es so, als würde man schon in der Generation der Großeltern feststecken und plötzlich findet man einen ganz neuen Familienzweig, der einen weit in die Vergangenheit führt. Eine aufregende Sache. Irgendwann endet auch diese Linie, weil man keine weiteren Informationen finden kann. Und doch lässt sich an den neu gefundenen Ahnen wunderbar anknüpfen. Hier eine Ehefrau, dort die Schwiegereltern, schließlich findet sich ein Schwager oder entfernter Cousin, dessen Leben immerhin einen Beitrag in Wikipedia wert war. Der Ahnenforscher schwimmt im Glück aber leider auch in der Fülle der Auswahl. Plötzlich haben sich die Vorfahren vermehrt, wie die sprichwörtlichen Kaninchen. Längst hat man den Überblick verloren, glaubt sich aber glücklich mit einigen hundert oder gar tausend Menschen verwandt. Leider ein Irrtum, jedenfalls wenn wir ein Mindestmaß an Qualität verlangen.

Natürlich sind wir letztendlich alle miteinander verwandt und das ist ein durchaus beflügelnder Gedanke. Aber es macht halt einen Unterschied, ob ich mich ausschließlich auf die Vorfahren meiner Eltern berufe, oder alle Ahnen von angeheirateten Partner miteinbeziehe. Manche legen noch deutlich strengere Auswahlkriterien an und berücksichtigen ausschließlich die weiblichen Vorfahren. Damit kann man immerhin ausschließen, dass eine Vaterschaft vielleicht nur vorgetäuscht wurde. Aber wie auch immer, eins ist Gewiss, man muß den Überblick irgendwie behalten. Und das macht man am besten mit Hilfe eine guten PC Programms. Ansonsten ist es fast unmöglich den wahren Verwandtschaften korrekt durch die Generationen zu folgen.

Familie Gribel – Griebel

Die Familie ist gut dokumentiert. Die Spur führt weit zurück bis zu Vorfahren, die an der Ostsee, in und um Lütjenburg, heimisch waren. Dann gehen einige Söhne nach Plön, wo einer der dänischen Herzoge ansässig ist. Hier findet sich Arbeit. Schließlich verlässt man aber Ostholstein und wandert nach Dithmarschen aus. Zunächst landet man im kleinen Ort Hopten. Es könnte die Pest gewesen sein, die die Familie aus Plön vertrieb. Ausserdem gab es in Hopten einen bedeutenden jährlichen Holzmarkt, der sicherlich der Familie bekannt war. Das könnten nachvollziehbare Gründe für den abrupten Ortswechsel gewesen sein.

Ein anderer Familienzweig taucht in Pommern auf. Sie lassen sich in Stettin nieder und gründen ein Handelsunternehmen. Man ist sehr erfolgreich und betreibt über Jahrhunderte eine der größten Ostseereedereien. Tatsächlich war die Idee schon in Ostholstein geboren, denn schon dort betrieben Gribel-Ahnen einen kleinen Fährverkehr. Beide Familienzweige hielten untereinander Kontakt. Mein Großvater fühlte sich mit seinem Stettiner Cousin eng verwandt. Sie schrieben sich regelmäßig und begegneten sich tatsächlich ungeplant während des Ersten Weltkrieges an der Ostfront. Das sind Geschichten, die sich das Leben manchmal ganz gerne ausdenkt. Die Griebel Dynastie ist mein Einsteiger in die Welt der Vorfahren. Mein Interesse gilt den vielen Ahnen, die irgendwie mit London Kontakt hatten oder sich dort sogar niederliessen. Sie sind eng mit den Stettiner Gribels verwandt, denn das Reedereigeschäft war der Grund für intensiven Austausch mit den Engländern. Wie üblich, stärkte man die Beziehungen durch eine Heirat. Das ist dann der Moment, als die englische Familie Solly ins Rampenlicht tritt.

 

Meine Urgroßmutter Emma Griebel ist die Cousine des bedeutenden Unternehmers Franz Gribel. Natürlich habe auch ich Cousins und Cousinen in der Familie Gribel, allerdings wird der Verwandtschaftsgrad von Generation zu Generation höher. Ich habe diese beiden Personen ausgesucht, um die Verbindung der Familien möglichst einfach darzustellen. Und noch wichtiger, beide Personen kommen auf diesen Webseiten vor. Ich muß mich hier sehr begrenzen, denn die Erfassung ist aufwendig und meine Datenbank enthält inzwischen fast 10.000 Personen. Und ja, falls Sie es wissen möchten, die sind alle wirklich miteinander verwandt. Würde ich nicht strikt darauf achten, dann wäre ich in der Datenflut längst untergegangen 😉

 

Familie Gribel – Solly

Die Familie Solly ist in England, in Kent, seit vielen Generationen ansässig. Einige von ihnen begannen mit dem Holzhandel. Sie kauften Bauholz in Schweden, Hanf in Russland ein. Die Reederei Gribel brachte die Ware nach England und dort wurde sie von der Royal Navy in Empfang genommen. Die benötigten das Material zum Schiffbau und zahlten Höchstpreise als Napoleon die Kontinentalsperre verhängte. Natürlich war die Lieferung damit ein Schmuggelgeschäft, aber das schlug sich im Preis nieder. Jedenfalls waren es einträchtige Jahre für Solly und Gribel.