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Burleigh Street

Die Burleigh Street lässt sich nicht schön reden. Sie ist klein, unauffällig und sieht ein bißchen langweilig aus. Aber urteilen wir nicht zu früh. Immerhin ist hier eines der aufregensten Restaurants zu finden. Ich spreche vom legendären Joe Allen. Ein bevorzugter Name in Künstlerkreisen, egal ob in New York, Paris oder London. Ein besonderer Clou ist der interne Zugang vom Strand Palace Hotel aus, wo ich sehr gerne wohne, wenn ich in London bin. Da kann man dann ganz bequem und ohne Mantel zum Abendessen ausgehen.


In den letzten ein- bis zwei Jahren war die Burleigh Street aber meistens eine Baustelle und versteckte sich noch mehr als sonst unter Gerüsten und Planen. Falls Sie diese Strasse also nie bemerkt haben, dann hat das seinen Grund.


Ich nutze die Strasse meistens nur als schnellsten Weg zum Covent Garden. Einmal aber war ich aufmerksamer als sonst und da fiel mir ein hohes, aber sehr schmales Gebäude auf. Es steht an dem kleinen Durchstich zur Tavistock Street und ist offentsichtlich deutlich älter als alle anderen Häuser. Das weckte meine Neugier. Welche Geschichte kann man über dieses Haus erzählen?

Lord Burghley liess 1673 die Burleigh Street bauen. Zunächst nur vom Strand bis zur Exeter Street. Die einflussreiche Familie Cecil, die den Titel Lord Burghley führte, später auch Earl of Exeter, hatten hier ihr Londoner  Stadthaus. Und weil es so üblich war, liess man auch gleich eine Kirche errichten, die dann St Michael's genannt wurde. Eigentlich brauchte kein Mensch diese Kirche, denn in unmittelbarer Nähe war ja schon die St Paul's Church errichtet. Und so kam es, dass eine der beiden weichen mußte. Es traf St Michael's. Der Abriss wurde 1905 vollzogen, was Platz für das Strand Palace Hotel schaffte. Dort an der nord-östlichen Ecke stand die Kirche. Man zahlte 20.500 Pfund, riss die Kirche ab und baute das Hotel. Zum Glück blieb aber ein kleiner Teil erhalten, nämlich die 'vicary' in der Burleigh Street No 14.


Man findet das 'clergy-house' auf der gegenüberliegenden Strassenseite, es wurde als Pfarrwohnung genutzt und zwar inzwischen von der St Paul's Gemeinde in Covent Garden. Es ist ein bemerkenswertes Haus in das ich zu gerne einmal hineinschauen würde. Es ist immerhin vier Etagen hoch aber ausgesprochen klein. Der Grundriss ist in L-Form und die Zimmer sind nicht größer als die Fassade zeigt. Ich glaube das Haus wird noch immer genutzt, jedenfalls sieht es gepflegt und bewohnt aus.


Ich denke ich sollte noch einmal einen Blick auf die kunstvoll gestaltete Fassade und vor allem auf die Eingangstür werfen. Ich habe es mir jedenfalls auf meine To-Do-LIste für den nächsten Aufenthalt in London aufgeschrieben.


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